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Geplante Freizeitskipper-Maut stößt auf herbe Kritik

Politik und Wassersportverbände in Mecklenburg-Vorpommern äußern ihre Kritik an den Plänen des Bundesverkehrsministeriums, Freizeitskipper mit einer Maut für die Binnengewässerinstandsetzung zu belasten. Das Bundesverkehrsministerium prüft derzeit ein Konzept für den Wassertourismus, das ab 2019 Gebühren für die Sportbootschifffahrt auf einigen Wasserstraßen vorsieht, von dem ein Großteil der Binnengewässer in Mecklenburg-Vorpommern betroffen wären.

Präsident des Landesverbandes Motorbootsport Siegfried Ernst Karsten betont, dass es derartige Pläne bereits seit 2004 gibt, die Einnahmen aus einer derartigen Maut aber einem unverhältnismäßigen Aufwand gegenüberstünden. Linksfraktionschef Helmut Holter gekräftigt diesen Standpunkt und ist der Meinung, dass Wasserstraßen für Binnenschiffer und Freizeitkapitäne frei befahrbar bleiben müssen. CDU-Abgeordneter Jürgen Seidel betonte, dass jährlich 150 000 Wassersportler Mecklenburg-Vorpommern besuchen und die Tourismusbranche stärken. Hier sollte weiter der Bund die Verantwortlichkeiten für die Instandhaltung der Wasserstraßen übernehmen, um dem Wassertourismus durch finanzielle Belastungen nicht nachhaltig zu schaden.

Schleuse Mirow

Schleuse Mirow

Ende des Bootstourismus?

Der Bund will wichtige Kanäle und Flüsse in Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr instand halten.
Einer Anhörung nach, fällt der Bundestag keine Vorentscheidung zulasten der Häfen.
Der Bund plant seine Bundeswasserstraßen so einzuteilen, wo am meisten Güterschifftransport auf den Flüssen und Kanälen besteht. Es sollen nur noch die  wichtigsten Transportwege selbst betrieben werden. Rund 570 Kilometer Wasserwege drohen aus der Verantwortung des Bundes herauszufallen, dazu zählen z. B. der Schweriner See, die Müritz, die Müritz-Elde-Wasserstraße, die obere Havel und die Peene. Dies könnte zum Ende des Bootstourismus führen. Derzeit zahlt der Motoryachtverband für die Nutzung der Bundeswasserstraßen 50000 Euro pro Jahr an den Bund.
Der Wassertourismus hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt und dürfte somit nicht gefährdet sein. Aus der Sicht von Verkehrsminister Herrn Volker Schlotmann sind die Wartungen der Zufahrten zu den Seehäfen durch die Pläne des Bundes in Gefahr. Die Gütermenge bzw. der Transport sollte nicht als Kriterium genommen werden. Wichtiger sind die Kosten und der Nutzen der Flüsse und Kanäle. Unterdessen fordern die Industrie- und Handelskammer Norddeutschlands vom Bund, endlich Pläne vorzulegen, wie und wo die Häfen und Bundeswasserstraßen langfristig ausgebaut werden sollen.