Die große Runde – Logbuch eines Abenteuers

Die große Runde – Logbuch eines Abenteuers

August 6, 2018 Aus Von bootsurlaub

Was sie hier lesen können:

Hier können sie einen Reisebericht einer Bootstour im August 2016 lesen. Diese umfasst 14 tage mit entsprechenden Berichten, Erlebnissen und Entdeckungen. Da eine komplette Darstellung des Logbuchs etwas zu lang wäre, können sie sich für den vollen Bericht ganz einfach die  PDF Dateien speichern und danach abrufen.

Die große Runde – Logbuch eines Abenteuers

…auf ein Wort

Die Idee, einen Bootstörn von Waren über Müritz, Havel, Elbe und Elde zurück nach Waren zu machen, entstand bereits bei unserer ersten Tour im Oktober 2012. Damals fiel unsere Wahl, nach langen Recherchen im Internet nach einem Charterunternehmen mit einem ausgewogenem Preis- Leistungs-Verhältnis im Bereich der Müritz, auf Yachtcharter Schulz.

Wir fühlten uns hier so gut aufgehoben, dass wir unseren nächsten Törn, diesmal über 2 Wochen im August 2014 wieder mit Yachtcharter Schulz starteten. Eigentlich war hier schon die sogenannte „Große Runde“ geplant. Leider machte uns dabei der zu niedrige Wasserstand der Elbe einen Strich durch unsere Rechnung und so fuhren wir über Berlin und Potsdam lediglich bis Brandenburg und dann den gleichen Weg wieder zurück. Immerhin kamen hier schon über 700 Kilometer auf dem Wasser und 37 Schleusen zusammen.

Dieses Mal sollte es noch ein bisschen mehr sein!

Wir hatten wie beim letzten Mal die Motoryacht „Eldenburg“, eine Pedro Skiron 35, gebucht, eine Yacht, die mit 10,60 m Länge mehr als ausreichend Platz für einen 2-Wochen-Törn für 2 Personen bietet und mit ihrer Ausstattung kaum Wünsche offen lässt. Klar geht es sicherlich noch luxuriöser, aber auch hier hat Yachtcharter Schulz noch für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas im Programm.

Das Wetter gestaltete sich über die gesamten 14 Tage recht durchschnittlich, aber insgesamt nicht schlecht. Wir hatten Temperaturen zwischen 18 und 26°C, wenig Regen und meist einen angenehmen Mix aus Sonne und Wolken. In Nachbetrachtung der Tour erwies sich das Wetter als echter Glücksfall, denn erstens entstanden bei diesen Temperaturen so gut wie keine Gewitter, die unsere Zeitplanung durcheinander gewürfelt hätten und zweitens sind Temperaturen jenseits der 30°C und ununterbrochener Sonnenschein schon sehr belastend, wenn man an manchen Tagen auch mal 10 – 12 Stunden hinter dem Steuer sitzt.

Doch nun erst einmal zu einigen grundsätzlichen Überlegungen, die Diejenigen anstellen sollten, die sich mit dem Gedanken tragen, solch eine Tour zu unternehmen:

  • Für die Tour ist der Sportbootführerschein „Binnen“ zwingend erforderlich!
  • Diese Tour steht und fällt mit dem Wasserstand der Elbe! Wer, wie wir, ein Boot miteinem Tiefgang von ca. 1m bucht, sollte täglich die Fahrrinnentiefe der Elbe (hier entscheidend der Abschnitt zwischen Mühlenholz und Dömitz) unter www.elwis.deabfragen. Bei einer Fahrrinnentiefe von unter 1,30 m sollte man sich schon gut überlegen, ob man das Wagnis eingeht, die Elbe mit einem gecharterten Boot zu befahren. Ich hätte es, als Anwohner der Elbe, nicht getan.
  • Die Elbe ist ein Gewässer mit teils starker Strömung. Diese kann je nach Wasserstand zwischen 3 und 8 km/h betragen. Das Boot reagiert hier ganz anders als auf den durch Schleusen und Wehre regulierten Gewässern wie Spree und Havel, die kaum eine nennenswerte Strömung aufweisen.
  • Wer die Zeit und das nötige Kleingeld hat, sollte sich für diese Tour 3 Wochen Zeit nehmen. Man hat dann genügend Zeit, sich die vielen kleineren und größeren Städte und Dörfer am Rande der befahrenen Wasserwege genauer anzusehen und kennenzulernen.
  • Solch eine Tour braucht eine gründliche Vorbereitung und Planung. Dabei rede ich nicht von einem minütlich getakteten Zeitplan. Vielmehr geht es darum, sich einen ungefähren Plan zu erstellen, wie weit möchte ich an einem Tag fahren, wo lege ich (eventuell zum Einkaufen oder Wasser tanken oder Fäkalien entsorgen) an, wo möchte ich übernachten.
    Ein extremer Unsicherheitsfaktor bei der Planung sind hierbei die Schleusen (auf unserer Tour waren es immerhin 41!). Hier gibt es etliche Faktoren die man nicht beeinflussen kann. Lange Wartezeiten in der Hauptsaison, kürzere Schleusenzeiten in der Nebensaison, technische Defekte an Schleusen und die Berufsschifffahrt sind solche Faktoren und sollten bei der Planung mit zusätzlicher Zeit berücksichtigt werden.
    Für die Törnplanung kann man hier den kostenlosen Online-Törnplaner von Aqua Sirius verwenden. Für die Tour dann einen Törnatlas (Mecklenburgische und Märkische Gewässer von QuickMaritim) oder die „Watertrack“-App für Smartphone oder Tablet.
  • Weiterhin sollte man sich vorab informieren wie die einzelnen Schleusen funktionieren. Handelt es sich um Selbstbedienungsschleusen oder muss ich mich über Wechselsprechanlage oder Mobiltelefon anmelden (wir haben auf unserer Tour festgestellt, dass man hier teilweise sehr flexibel sein muss). Diese Gegebenheiten und die Schleusenbetriebszeiten und -erreichbarkeiten kann man alle im I-net finden.
  • ELWIS, das elektronische Wasserstraßeninformationssystem des WSV, sollte sowohl bei der Planung, als auch bei der Tour ein ständiger Begleiter sein. Hier findet man dann auch Informationen über kurz- und langfristige Behinderungen und Sperrungen von Schleusen und Wasserstraßen.
  • Auch den Wetterbericht und die Wettervorhersage sollte man auf einer solchen Tour ständig im Auge behalten! Dies ist auch wichtig, wenn man wie wir vorhat, einige Nächte auf einem See vor Anker zu verbringen.Dieser Liste ließe sich sicherlich noch der eine oder andere Punkt hinzufügen, aber das liegt dann in der Verantwortung eines jeden Einzelnen.Wir haben es jedenfalls nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ gehandhabt und sind dabei sehr gut gefahren. Teils lief der Motor schon 6.00 Uhr morgens. Vorteil bei dieser Methode ist, die Schleusen sind meist noch schön leer und es gelingen wunderschöne Naturaufnahmen im Morgenlicht (wie Ihr im Laufe dieses Logbuches noch sehen werdet).Bei unserer Planung habe ich einige Karenztage eingeplant, um eventuelle Verzögerungen an Schleusen ausgleichen zu können und das Boot pünktlich wieder zu übergeben. Denn unser Nachfolger möchte ja seinen Urlaub auch pünktlich beginnen.

    Aus dem „…auf ein Wort“ sind nun über tausend geworden und es wird Zeit mit dem eigentlichen Logbuch zu beginnen.